
WISSENSCHAFTLICHE EVIDENZ

Das Centro Studi Termali Pietro d’Abano, 1981 auf Initiative der Hotelierverbände von Abano Terme, Montegrotto Terme und Battaglia Terme gegründet, hat die wissenschaftliche Forschung im Bereich der Thermalmedizin und -biologie sowie das Studium und die Förderung des Thermalismus in all seinen Formen, mit therapeutischen und wissenschaftlichen Anwendungen, zum Hauptziel.
Die Tätigkeit des Zentrums umfasst die Organisation von Konferenzen, Symposien, Seminaren, Studientreffen und wissenschaftlichen Veröffentlichungen, um, aktuelles Wissen zu verbreiten und einen wissenschaftlichen Ansatz des Thermalismus zu fördern. Um diese Ziele zu verfolgen, arbeitet das Zentrum mit öffentlichen und privaten Einrichtungen, Universitäten und Forschungsinstituten zusammen und koordiniert gemeinsame Aktionen auch durch Stipendien und Forschungspreise, um Ressourcen und Ergebnisse zu optimieren. Ein ethisch-wissenschaftliches Komitee unterstützt den wissenschaftlichen Direktor und den Leiter für Forschung & Entwicklung bei der Identifizierung neuer Forschungsprojekte und Initiativen.
Derzeit konzentriert sich die wissenschaftliche Tätigkeit des Zentrums auf drei Hauptrichtungen: die Wirksamkeit der Thermalkuren, die wissenschaftliche und rationale Grundlage der Therapie sowie die Qualität der thermalen Ressource. Diese Studien zielen darauf ab, die Thermalbehandlung modern und evidenzbasiert zu gestalten und zur Erhaltung der Lebensqualität in allen Altersgruppen beizutragen sowie eine alternative oder ergänzende Rolle zur pharmakologischen Therapie aufzuzeigen.
Dank der Zusammenarbeit mit Universitäten und Forschungseinrichtungen hat das Centro Studi Termali Pietro d’Abano über die Jahre den wissenschaftlichen und therapeutischen Wert der Behandlungen des euganeischen Beckens garantiert und mehr als 300 wissenschaftliche sowie didaktische Publikationen produziert –und damit ein in Europa einzigartiges Kulturerbe.
Die Euganeischen Thermen sind der größte “Kurort” Europas, international anerkannt für die kurativen und vorbeugenden Behandlungen auf der Grundlage hyperthermaler Wässer und qualitätszertifizierter Schlämme. Die Wirksamkeit der Behandlungen, durch die Forschung des Zentrums belegt, und die außergewöhnliche Natur des Gebiets wurden bereits von den antiken Venetern als Zeichen besonderer göttlicher Gunst wahrgenommen.
In vorrömischer Zeit beeindruckten und faszinierten die zahlreichen Quellen heißen und kalten Wassers, vom strengen Geruch der Dämpfe umhüllt, und natürlich aus dem Boden tretend, die lokale Bevölkerung, die das Gebiet dem Aponus-Kult weihte. Es waren jedoch die Römer, die es zu einem der wichtigsten Heil- und Aufenthaltsorte des Reiches machten – den berühmten “Aquae Patavinae.”

CHEMISCHE ZUSAMMENSETZUNG DES THERMALWASSERS
| Wassertemperatur | 77° C |
| pH | 7,1 |
| Elektrische Leitfähigkeit bei 18 °C | 7042 p Simens |
| Trockenrückstand bei 180 °C | 5,050 g/L |
| Trockenrückstand bei 550 °C | 4,340 g/L |
| Natriumion (Na+) | 1,239 g/L |
| Kaliumion (K+) | 0,088 g/L |
| Calciumion (Ca2+) | 0,366 g/L |
| Magnesiumion (Mg2+) | 0,080 g/L |
| Ammoniumion (NH4+) | 0,0027 g/L |
| Eisen (Fe) | <0,05 p.p.m. |
| Nitrition (NO2-) | Nicht vorhanden |
| Nitration (NO3-) | Nicht vorhanden |
| Sulfation (SO4 2-) | 0,980 g/L |
| Chloridion (Cl-) | 2,176 g/L |
| Hydrogencarbonation (HCO3-) | 0,169 g/L |
| Bromidion (Br-) | 13,6 mg/L |
| Iodidion (I-) | 0,82 mg/L |
| Schwefelwasserstoff (H2S) | 1,67 mg/L |
| Siliciumdioxid (SiO2) | 0,051 g/L |
| Alkalität (mL HCl 0,1 N/L) | 27,7 |
| Gesamthärte | 120 °F |
| Oxidierbarkeit | 7,40 mg/L |
| Organische Substanzen | 0,3310 g/L |
| Kryoskopisches Delta | -0,23 °C |
| Osmotischer Druck | 3,10 atm. |
THERAPEUTISCHE AKTIVITÄTEN
Unter den therapeutischen Wirkungsprinzipienim Zusammenhang mit den Thermalwässern nimmt die Fangotherapie eine grundlegende Rolle ein. Der „reife Fango” ist das Endelement eines Prozesses, der durch mehrere Faktoren gekennzeichnet ist, von denen jeder einzelne unverzichtbar ist, um die therapeutische Qualität der Verbindung und ihren Einsatz in der medizinischen Praxis zu erreichen.
Die wesentlichen Elemente sind:
- die flüssige Komponente: Mineralwasser mit spezifischen Eigenschaften in Bezug auf Temperatur und chemischer Zusammensetzung;
- die mineralische bzw. tellurische Komponente, gekennzeichnet durch eine spezifische chemische Zusammensetzung und Korngröße des verwendeten Tons: Die mineralische bzw. tellurische Komponente des thermalen Fangos ist natürlichen Ursprungs, nämlich natürlicher blauer Ton. Der in der Fangotherapie verwendete blaue Ton ist ein hydratisiertes Aluminiumsilikat, salzifiziert mit ein- oder zweiwertigen Kationen (Me).
- die biologischen Eigenschaften des Ökosystems, in dem der Reifeprozess stattfindet;
- Der Reifeprozess selbst. Während der „Reifung” des Fangos, die durch das mindestens zweimonatige Belassen von Ton im Thermalwasser erfolgt, entwickeln sich echte lebende Gemeinschaften: Bakterien, Protozoen und vor allem Mikroalgen, einschließlich der außergewöhnlichen Diatomeen, die entzündungshemmende und antivirale Substanzen produzieren, welche die Haut durchdringen und biologische Parameter bei Patienten unter Fangotherapie verbessern können.
Die chemische Zusammensetzung des Tons umfasst prozentual folgende chemische Elemente: 10 % Magnesium (Mg), 15 % Aluminium (Al), 45 % Silizium (Si), 0,2 % Schwefel (S), 0,3 % Kalium (K), 22 % Calcium (Ca), 0,3 % Eisen (Fe).